Es handelt sich hier nicht um rechtsverbindliche Auskünfte, lediglich um ein paar hoffentlich hilfreiche Hinweise für Leute, die nebenberuflich Bücher schreiben und diese günstig und schnell bei Amazon veröffentlichen wollen. 

In Kürze - Was ist zu beachten?

 

Als Autor bist du Freiberufler. Du musst kein Gewerbe anmelden.

Allerdings musst du diese neue Tätigkeit innerhalb eines Monats nach Beginn (Hochladen des ersten Buches bei Amazon) formlos beim zuständigen Finanzamt anzeigen. Meistens erhältst du dann einen 'Fragebogen zur steuerlichen Erfassung'. Hierbei handelt es sich nicht um eine Gewerbeanmeldung!

 

Beim Ausfüllen ist folgendes zu beachten:

X Aufnahme einer ... selbständigen (freiberuflichen) Tätigkeit

2.1 Art des ausgeübten Gewerbes/der Tätigkeit: Autor

2.6 Gründungsform: X Neugründung zum xx.xx.xxxx (Hier das Datum einfügen, zu dem du das erste Buch bei Amazon hochgeladen hast.)

3.1 Voraussichtliche Einkünfte: Selbständige Arbeit: Schätze hier deine Einkünfte (Umsätze) im Jahr. Es ist nicht schlimm, wenn du dich vertust, es geht im Wesentlichen um die Gewerbesteuer. Niemand glaubt wohl, dass er mit dem Schreiben einige tausend EUR verdienen wird. Sollte der Reichtum später unerwartet ausbrechen, kann man das immer noch dem Finanzamt mitteilen.

4. Angaben zur Gewinnermittlung: X Einnahmenüberschussrechnung (Die Anlage EÜR ist dann zukünftig jeder Steuererklärung beizufügen!)

7.1 Hier erneut die geschätzten Umsätze eintragen.

7.3 Kleinunternehmer-Regelung: ist anzukreuzen - gilt, wenn deine Umsätze 17.500 EUR im Jahr nicht überschreiten!

...

 

* Alle deine Einnahmen unterliegen der Einkommensteuer. Du musst eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erstellen, in deiner normalen Einkommensteuererklärung mitangeben und so letztendlich deinen Gewinn versteuern.

Als nebenberuflicher Autor kannst du nach den Einkommensteuerrichtlinien entweder 25% deiner Einnahmen pauschal im Jahr absetzen, allerdings maximal 614 EUR, oder eben deine tatsächlichen Kosten.

 

* Bei Amazon kannst du deine Bücher unter Künstlernamen veröffentlichen.

Im Impressum des Buches aber musst du deinen richtigen Namen und die korrekte Adresse angeben, wenn du auch selbst verlegst und veröffentlichst.

Was brauchst du?

 

* Ein Schreibprogramm. Es gibt gute Autoren-Schreibprogramme wie Papyrus, die aber ordentlich Geld kosten. Für den Anfang reicht Microsoft Word völlig aus. Oder natürlich auch OpenOffice.

 

* Eine Bildbearbeitungssoftware zur Erstellung deines Buchcovers. Auch hier gibt es kostenlose Software, die ausreichen kann. Ich persönlich bin ein Fan von PaintShop Pro, es kann ja auch eine ältere und günstigere Version sein. Hier musst du sehen, womit du am besten zurecht kommst.

 

* Free PDF oder PDF24 Creator (Nur, wenn du auch deine eBooks auch als Taschenbücher anbieten willst.)

 

* Eine Rechtschreibsoftware. Leider gibt es den Duden nicht mehr, jetzt kann man nur noch jeweils 800 Wörter auf einmal direkt auf der Duden-Homepage checken lassen. So könntest du dein Buch nach und nach per copy & paste überprüfen. Die Rechtschreibprüfung von Word reicht nur aus, wenn du zusätzlich in dieser Hinsicht versierte Freunde hast und jedes Wort, bei dem Unsicherheit besteht, selbst online prüfst.

 

* Wenigstens einen Freund, der die deutsche Sprache gut beherrscht, und ab und zu Bücher liest.

 

* Ein Talent zum Malen oder Fotografieren oder einen Freund mit diesem Talent.

 

* Und eigentlich auch einen Kindle. Das muss nicht unbedingt sein, ist aber sinnvoll, um deine eBooks und deren Lesbarkeit praktisch zu überprüfen.

 

* Am besten auch noch einen Plan.

Das ist natürlich keine Pflicht. Man kann ein Buch auch gänzlich ohne Plan schreiben. Es ist aber deutlich schwerer. 

Du solltest einen groben Handlungsstrang und die Entwicklung von Charakteren durch die Kapitel planen. Selbst wenn sich die Geschichte beim Schreiben auf einmal anders entwickelt, hilft es, den Faden nicht zu verlieren.

 

Zudem lege ich mir zu meinen Protagonisten Steckbriefe an, die ich während der Entstehung der Geschichte nachpflege. Sonst verliert man schnell den Überblick und muss immer mal wieder einige Kapitel zurückblättern, um nachzusehen, wie sich dieser oder jene Charakter verhalten hat oder wie man seine Mütze beschrieben hatte oder etwas in der Art.

Ich habe mir noch ein Whiteboard zugelegt (Gibt es schon ab 15 EUR, muss ja nichts Großartiges sein.), auf dem ich z. B. Lagepläne zeichne. So weiß ich immer, wie wichtige Orte aussehen, also wie sich die Charaktere dort bewegen können, was sie dort vorfinden usw.